Fazit meiner Reise

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Die Reise meines Lebens

Es war die Reise meines Lebens.

Ich habe hier mal eine kleine Statistik zusammengestellt (Ps: dies sind nur meine persönlichen Eindrücke, also alles subjektiv):

Zurückgelegte Strecken:

Chile: 6.000 km

Argentinien: 11.000 km

Bolivien: 2.500 km

Peru: 4.200 km

Ecuador: 2.100 km

Kolumbien: 3.400 km

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Summe: 29.200 km

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Anzahl Unfälle: 0

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Anzahl an getrunkenen Energy Drinks: Zu viele

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Hundefreundlichkeit: hoch-> niedrig

Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru, Argentinien, Chile

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Strassenverkehr: chaotisch-> annehmbar

Bolivien, Peru, Chile, Argentinien, Kolumbien, Ecuador

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Polizisten: unfreundlich-> freundlich

Peru, Bolivien, Argentinien, Chile, Ecuador, Kolumbien

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Wer nun bis hierhin gelesen hat, hat wohl den größten Teil meiner Reise mitverfolgt und weiß über viele meiner Höhen und Tiefen auf dieser Reise Bescheid. Was ich definitiv sagen kann ist, dass diese Reise, „die Reise meines Lebens“ war. Soviele Eindrücke und Erfahrungen wie ich in den letzten Monaten gesammelt habe, werde ich wohl so schnell nicht wieder erleben. Mir treibt es fast die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, dass dieses ereignisreiche und lehrreiche Abenteuer nun ein Ende gefunden hat und ich mich wieder „anpassen“ muss. 8 Monate lang wurde ich bestaunt, erntete Kopfschütteln und wurde z. T. wie eine Ausserirdische angesehen, eine alleinreisende Frau mit 2 Hunden und einem eigenen Auto, da gab es keine Anpassung, viel zu weit weg war ich von der Norm. Ich habe auf meiner Reise sehr viele liebe und hilfsbereite Menschen getroffen, die mich selbslos unterstützt haben. Angefangen hat alles mit meinen chilenischen Engeln, Claudia und Claudio, die mir bei der Bürokratie in Chile und dem Autokauf unterstützt haben. Als ich losgefahren bin, hab ich echt damit kämpfen müssen alleine zu sein und die komplette Verantwortung selbst zu tragen. Somit war der Anfang eine ziemlich gute Lehre für mich, mit mir selbst klar zu kommen und ich sag euch, das ist gar nicht so einfach, umso glücklicher ist man, wenn man den Punkt erreicht hat an dem es einem nichts mehr aus macht alleine zu sein. Ganz im Gegenteil, man lernt es zu schätzen. Ich konnte den Radio aufdrehen und in den schiefsten Tonlagen die Lieder mitgröllen, mit heruntergelassenen Scheiben inmitten der Einsamkeit Patagoniens und Niemand hat sich beschwert. Die Einzigen die in den Genuss meiner Nicht-Vorhandenen-Gesangskünste kamen, waren meine Hunde und die können zum Glück nicht sprechen. Des weiteren wächst man an den Herausforderungen, die man im Laufe der Zeit bewältigt. So musste ich mich mit Bürokratiekram auf spanisch herumschlagen und mich gegen korrupte Polizisten wehren und noch vieles mehr. Bei jeder Herausforderung die man bewältigt, wächst man ein kleines Stückchen. Und somit war diese Reise jeden Cent wert und ich bereue nichts an dieser Reise. Mein Herz hab ich auf alle Fälle an Südamerika verloren. Es war die Reise meines Lebens mit unvergesslichen Erlebnissen und vielen Lehren für mein Leben. Ich habe euch so gut es ging an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Ganz liebe Grüße von mir und meinen beiden Chaoten, Jerry und Giulietta

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Bogota

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Der Zweite von rechts ist mein Gol

Nachdem ich genug Sonne und Hitze an der Karibikküste getankt hatte, gings auf nach „Bogota“ . Ich hab für die Strecke von „Santa Marta“ nach „Bogota“ 3 Tage eingeplant. Mir hat es vor der Fahrt richtig gegraust, weil ich vermutet hatte, dass mich Serpentinen und stundenlanges hinterherschleichen von LKWs erwartet, aber es kam anders. Die Straßen waren einigermaßen gut und ich bin zügig vorangekommen. Die ersten beiden Tage ging es nur geradeaus und am dritten Tag waren ein paar Kurven dabei, aber immernoch überschaubar und keine kaputten Straßen. Ich war also positiv überrascht. In den 3 Tagen habe ich in Hotels/Hostels/Pensionen geschlafen, in denen auch Trucker nächtigen. Es war also meistens ziemlich abseits vom touristischen Schuss.

Dann hatte ich endlich Bogota erreicht ohne irgendwelche Zwischenfälle. Ich war erleichtert. Der Stress ging aber erst richtig los. Papiere und Hundeboxen für die Hunde besorgen für die Rückreise nach Deutschland. Ersteinmal bin ich zur ICA (Instituto Colombiano Agropecuario)-Zentrale nach „Funza“ ca 1 Stunde vor Bogota und habe keine Auskunft über nötige Papiere bekommen, sondern lediglich eine Telefonnummer, die auch noch falsch war. Ein Hostal-Mitarbeiter hat für mich die richtige Nummer herausgefunden und die nötigen Infos erfragt. Auf spanisch zu telefonieren, das fällt mir immernoch schwer, weil die Leute meistens schnell reden und Hintergrundgeräusche das Verstehen noch schwieriger machen. Mein nächster Schritt war dann der Tierarzt für ein Gesundheitszeugnis der Hunde. Dieser hatte so seine Schwierigkeiten. Auf der ersten Version des Zeugnisses hat die Microchip-Nummer gefehlt, ein Wort im Englischen war falsch und der Name von der Giulie war falsch. Dann wurde dies in der nächsten Version ausgebessert und dafür hat dann mein Wohnort gefehlt. In der darauffolgenden Version war dann die Microchip-Nummer falsch etc. Es waren 5 Versuche notwendig, bis ich dachte das Zeugnis passt und ich gegangen bin. Beim Kopieren ist mir dann allerdings aufgefallen, dass die Microchip-Nummer bei der letzten Version ganz gefehlt hat und somit musste ich am nächsten Tag nochmals zu dem Tierarzt um dies nachtragen zu lassen. Dann war allerdings wieder ein Hundename falsch geschrieben und es waren 2 weitere Ausbesserungen notwendig. Als ich dann bei der ICA am Flughafen war um die Papiere durchschauen zu lassen, ist denen aufgefallen, dass das Datum nicht gültig war und ein Nachweis des Tierarztes notwendig war, damit das Gesundheitszeugnis gültig ist, d.h. ich musste nochmals zum Tierarzt. Dieser benötigte 2 weitere Anläufe, bis die Zeugnisse gepasst hatten. Es ist traurig aber wahr, die Zeugnisse mussten insgesamt 9 mal ausgebessert werden. Des weiteren war ein 6 seitiger Schrieb von der Europäischen Union zum Import von Tieren auszufüllen. Irgendwann hatte ich eine ganze Tüte voll mit Dokumenten für die Hunde zur Einreise in die EU.

Ich hatte mir 2 Wochen für die Organisation der Hundesachen und dem Auto eingeplant und leider hab ich wirklich 2 Wochen benötigt, bis alles fertig war und für Sightseeing blieb nicht wirklich Zeit. Ich habe mich auf die Jagdt nach bemalten Häuserwänden gemacht. Gewohnt hab ich in der „Candelaria“ dem touristischen Teil von Bogota und was ich in diesen 2 Wochen gelernt hab ist Geduld. Es geht nichts
„mal eben schnell“, sondern es braucht alles seine Zeit. Also ist unendlich viel Geduld und Ruhe gefragt. Letztendlich war alles bis zum Abflug geregelt. Der Rückflug war zwar stressig, aber wir sind gut in München gelandet.

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Vollbepackt 🙂

 

 

Taganga, Minca, Palomino, Santa Marta

Nach „Cartagena“ gings weiter nach „Taganga“, einem kleinen Fischerdorf, das voll mit Touristen ist. Die Stimmung dort war recht entspannt. Man konnte am Meer einen frischgepressten Saft trinken und gemütlich essen. Die Strassen waren aber leider zugemüllt und auch hier gab es so einige Straßenhunde, die nicht unbedingt in gutem Zustand waren. Es war unheimlich heiß, ohne sich zu bewegen und im Schatten stehend, ist einem das Wasser heruntergelaufen. Giulie hat sich regelmäßig ins Wasser gelegt, bis eine kleine Welle kam, dann ist se aufgesprungen. Der Strandabschnitt zum Baden war ziemlich klein und ich konnte nicht verstehen, warum dieser Ort so angepriesen wird.

Da ich von „Taganga“ ziemlich enttäuscht war, bin ich weiter nach „Minca“ gefahren, nur 1 Stunde Fahrt von „Taganga“ entfernt, aber etwas höher gelegen, d.h. ein bißchen gemäßigteres Klima. Also konnten wir 2 Tage etwas durchschnaufen von der Hitze an der Küste. Auf alle Fälle war es toll in Minca, wir haben eine Tagestour buchen können und Hunde waren erlaubt. Meine erste Ganztagstour in einer geführten Gruppe mit Hunden in Südamerika, ich hab mich gefreut wie Schnitzel. Man strebt ja meistens nach Idividualität, aber ich war überglücklich einmal in einer Gruppe unterwegs zu sein und mich um nix kümmern zu müssen, außer dass keiner meiner beiden Hunde ein herumlaufendes Huhn frisst. Wir sind als erstes zu verschiedenen schönen Stellen am Fluss gelaufen und zu einem Wasserfall. Leider hat es so dermaßen zu regnen begonnen, dass wir komplett bis auf die Unterwäsche nass waren, aber es war trotzdem schön :-). Nach dem Mittagessen sind uns die Bauweise von Bambusgebäuden vorgestellt worden. Sehr interessant, habt ihr gewusst, dass Bambus 2 mal stärker als Stahl sein kann und 5 mal flexibler? Danach haben wir Kakao probieren dürfen und uns ist der Prozess der Kakao-Gewinnung vorgestellt worden. Als krönender Abschluss haben wir eine Kaffee-Plantage besichtigt und durften den Kaffee verköstigen. Also ein sehr gelungener Tag.

Als nächstes bin ich nach „Palomino“ gefahren, von diesem „kleinen“ Örtchen, das laut Reiseführer nur eine Raststation an der Straße sein soll, war so gar nichts mehr klein und gemütlich. Eine staubige Straße, die an den Strand führt an der rechts und links Restaurants und Unterkünfte von Ausländern eröffnet wurden und das wars. Meine Illusion von der tollen Karibikküste war scheinbar wirklich nur eine Illusion. Die Strände sind nicht gesäumt von weißem Sand, wie ich es erwartet hab und es gab teilweise Palmen, aber Cartagena und Santa Marta waren gesäumt von Hochhäusern. Es kann natürlich auch gut sein, dass ich einfach an den falschen Orten war. Dadruch, dass es mir hier so gar nicht gefallen hat, bin ich nach „Santa Marta“ gefahren. Mal wieder wurde ich von einer Polizeikontrolle aufgehalten. Hier in Kolumbien, sind die Kontrollen so ganz anders als in Peru. Man wird mit einem Handschlag begrüßt und gefragt wie es einem geht. Dann fragen sie wo man her kommt und wo man hin möchte, wie einem Kolumbien gefällt etc.. So ein bißchen Smalltalk und jenachdem manchaml wollen sie meine Papiere sehen, oder auch nicht. Eine Kontrolle hatte ich, dort hat der Beamte festgestellt, dass in den Dokumenten eine 6 hinter dem Nummernschild steht, aber sich auf dem richtige Nummernschild keine 6 befindet. Ich hab gesagt, ich weiß nicht wieso das so ist, evtl. etwas spezifisches aus Chile. Er hat mir mal wieder mit einer Strafe gedroht, ich hab nix erwidert und gewartet, ob er  mir nun einen Strafzettel ausstellt, was meiner Meinung nach lächerlich gewesen wäre. Dann hat er meine SOAT, die Austoversicherung, verlangt. Er hat gesagt, dass dieses Dokument nicht das Original ist, ich hab ihm erwidert, dass es das sehr wohl ist. Er hat behauptet das Original sei blau. Ich hab ihm nur gesagt, dass es eine andere Versicherung ist und doch nicht immer blau sein muss. Auch diese Diskussion ist ins Leere gelaufen. Ich glaube der Polizist hatte Stress zuhause und hat jemanden gebraucht an dem er seine schlechte Laune auslassen kann. Im Endeffekt hat er mich ohne Strafzettel weiter fahren lassen.

Ich bin also in „Santa Marta“ angekommen und durfte erstmal auf Hostal-Suche gehen. Endlich hatte ich Eines gefunden, das meine Hunde akzeptiert und ich war froh drum. „Santa Marta“ kam mir ein bißchen wie der kleine Bruder von „Cartagena“ vor. Es gibt auch hier eine kleine Altstadt, die sehr gemütlich und sehenswert ist, aber eben sehr klein ist. Am Strand gibt es ebenfalls die Hochhäuser, aber nicht in dem Außmaß wie in „Cartagena“. Ich hab mich auf alle Fälle wohl gefühlt. Und auch hier war es wahnsinnig heiß. Dies war meine letzte Station an der Karibikküste. Nun heißt es 3 Tage nach „Bogota“ zu fahren.

Medellin, Caucasi, Cartagena

Auf dem Weg nach Medellin wollte ich nach „El Jardin“ fahren, kurz vor dem Ziel hat die geteerte Straße aufgehört und es war ein einspuriger Schotterweg, auf dem ebenfalls Gegenverkehr vorkam. Des war mir dann zu kritisch und ich bin umgedreht und Richtung Medellin weiter gefahren. Hier ist mir in eine der Kurven ein LKW entgegengekommen, ziemlich schnell, nix ungewöhnliches, außer, dass dieser Kästen mit Glasflaschen geladen hatte und der LKW seitlich offen war. Die Konsequenz wenn man mit solch einer Ladung und Geschwindigkeit in die Kurve geht ist… ja genau. Es hat nur einen Schlag getan und die Kästen mit Glasflaschen hat es auf die Fahrbahn geschleudert. Ich hab ne Vollbremsung hingelegt und bin grad noch vor dem Scherbenhaufen zum Stehen gekommen. Bin dann ganz langsam seitlich vorbeigefahren und hab nur gehofft, dass kein Glassplitter meine Reifen ruiniert. Hab in einer Unterkunft 2 Stunden vor Medellin übernachtet und mich am übernächsten Tag nach Medelling aufgemacht.

 

In einer sehr schönen Unterkunft konnten wir drei in Medellin nächtigen und ich hab mich gleich drangemacht mich zu informieren wo sich eine gute Werkstatt für meine Autobremsen befindet. Die Angestellte im Hostal hat mir eine Werkstatt genannt und dort bin ich dann auch am nächsten Tag mit meinem Auto hingefahren. Die Bremsen waren nach der Aussage des Mechanikers in gutem Zustand und diese müssten noch nicht erneuert werden. Er wurde also nur die Bremsflüssigkeit ausgewechselt und eine Instandhaltung der Bremsen durchgeführt. Ich bin dann danach noch zu einem anderen Mechaniker zum Wechseln von Öl, Ölfilter und Zündkerzen gefahren und das war dann auch schnell gemacht. Ich hab gemerkt, dass das Auto nicht rund läuft, dachte mir, dass das am Ölwechsel liegt und an den neuen Zündkerzen (bin ja kein Mechaniker). Hab das Auto also in der Garage abgestellt und am nächsten Tag mir nochmals die Gegend angeschaut. Wir sind zum „Plaza Bolivar“ gelaufen. Ein geschäftiges Treiben im Zentrum war zu beobachten. Überall wurden Produkte angepriesen und über Lautsprecher die heutigen Angebote durchgegeben. Der „Plaza Bolivar“ war voll mit bekifften Leuten, Pennern und naja echt schrägen Leuten. Bin dann wieder zurückgelaufen und wollte nicht die gleiche Strecke, wie beim Hinweg nehmen, bin also in eine Seitenstraße eingebogen und hab es schnell bereut. Erst hab ich mich gewundert, dass die kolumbianischen Frauen doch teilweise sehr leicht bekleidet sind, bis ich es geschnallt hab, dass das hier wohl die Straße der Prostituierten war. Ups, schnell raus hier. Bin dann ohne weiteren Experimente zur Unterkunft zurückgelaufen.

Am nächsten Tag gings nach „La Apartada“ zumindest hatte ich das vor. Es fing schon damit an, dass mein Auto kaum mehr gefahren ist, ich bin zum Mechaniker des Vortags, der den Öl- und Zündkerzenwechsel vorgenommen hat. Er hat eine Klemme bei den Zündkerzen repariert und wir sind Probe gefahren und es war zwar besser, aber immernoch nicht gut. Er hat gemeint, dass die Kabel ausgetauscht werden müssten. Ich hab zugestimmt und nach ner halben Stunde wurden diese geliefert und getauscht. Ich bin dann also erst um 12:00 Uhr aus Medellin herausgefahren. Die Straßen bis „Medellin“ waren gut, aber über Medellin gings über Serpentinen bergauf und bergab. Dann darf man mit 20-30 km/h hinter einem LKW hinterhertuckern. Die Kurven war sehr schlecht einzusehen. Schlaglöcher und abgesackte Fahrbahnteilstücke haben das Fahren zu einer Herausforderung gemacht. Durch das langsame Vorankommen bin ich leider bis in den Abend hinein gefahren. Es war also schon dunkel, als es 20 km vor meinem Tagsziel, in der Nähe von Caucasi, einen Schlag gemacht hat und es aus meinem hinteren Autoreifen auf Fahrerseite geraucht hat und verbrannt gerochen hat. Toll dachte ich mir es ist dunkel und ich bin irgendwo in der Pampa. Bin dann im Schneckentempo mit Warnblinkanlage zu einer Finca gefahren und hab nachgefragt wo ich hinfahren könnte. Die Besitzer haben mir gesagt, dass die nächste Tankstelle mit Werkstatt nur 6 Kilometer entfernt ist. Des waren die längsten 6 Kilometer die ich bis dato gefahren bin. Es gab ein schleifendes Geräusch beim Fahren und ich hatte Angst, dass ich gleich komplett stehen bleib und gar nicht mehr fahren kann. Endlich dort angekommen wurde mir gesagt, dass der Mechaniker am nächsten Tag um 07:30 Uhr anfängt zu arbeiten. Also hab ich mich in einem nahegelegenen Hotel einquartiert und pünktlich in der Früh stand ich bei meinem Auto vor der Werkstatt, auf den Mechaniker wartend.

Der Mechaniker hat mein Auto aufgebockt und an dem Reifen gerüttelt und dieser war einfach nur locker. Das war der Grund. Ich war stinksauer auf die Mechaniker, der Werkstatt in Medellin, unfähig Bremsen und Reifen richtig zu montieren. Ich hab den Mechaniker gebeten den Reifen zu demontieren und zu überprüfen, ob innen irgendetwas kaputt ist. Und das war dann auch der Fall, es hat alles mögliche durch die entstandene Hitze zusammengeschmolzen. Also wurden neue Teile besorgt und das ganze wieder montiert. Aber leider ohne Erfolg, es wurden 2 Nachbesserungen vorgenommen, die einiges an Zeit in Anspruch genommen hat, leider kann ich es nicht fachgerecht beschreiben, also erspar ich euch mein technisches Kauderwelsch. Am Nachmittag war mein Auto fertig und ich konnte weiterfahren. Bei der Probefahrt hatte ich kein gutes Gefühl, ich bin dann nochmals mit dem Mechaniker gefahren, der mir garantiert hat, dass es hält und alles normal ist.

Am nächsten Tag gings nach „Cartagena“, laut Navi nur 6 Stunden, dank der Schlaglöcher und Staus hab ich 10 Stunden benötigt. Dann hab ich mich in der Stadt auch noch verfahren und bin bei dem Versuch umzudrehen in der Spur der Buse gelandet. Hab dann einen Polizisten gefragt, wie ich hier wieder herauskomm. Er hat mir den Ausgang gezeigt und gleich nach meinen Papieren verlangt. Er hat mir erklärt, dass es verboten ist auf dieser Spur zu fahren, als ob ich das nicht gewusst hätte. Es war ja ein Versehen und keine Absicht. Ich hab mich entschuldigt und mich erklärt und der Polizist hat gemeint er müsse mir einen Strafzettel ausstellen. Ich hab nur ok gesagt, hatte keine Lust auf eine Diskussion o.ä.. Scheinbar ist ihm dann doch die Lust daran vergangen und er hat mich ohne Strafzettel fahren lassen. Ich war erleichtert als wir endlich angekommen sind.

 

Unsere Unterkunft ist ganz in der Nähe des Meeres und so haben wir uns einen faulen Tag am Strand gemacht und am übernächsten Tag die Altstadt von „Cartagena“ besichtigt. Ich empfand die Innenstadt als wunderschön. Mit vielen bunten Häusern an denen Kletterblumen gewachsen sind. Wir sind also den halben Tag durch die schönen Altstadtgasse gelaufen und haben u.a. ein Schokoladenmuseum mit Manufaktur besucht. Der Ausflug hat mir auf alle Fälle Spaß gemacht, aber die komplette Stadt ist ziemlich touristisch und am Strand ist es nicht anders.

 

Grenzübertritt, Popayan, Calima Lake

Dann kam mal wieder ein Grenzübertritt, ich war eigentlich recht entspannt, weil ich das Prozedere jetzt schon ein paar mal mitgemacht habe und dachte, soviel anders wird es schon nicht sein.

An der Grenze angekommen ist mir die rießen Schlange vor der Immigration von Ecuador aufgefallen. 2 Stunden Wartezeit hieß es, egal ob man aus- oder einreisen wollte. Ich hab als erstes die Papiere für die Hunde bei der Zollbehörde Ecuadors anfertigen lassen, was naja mehr oder weniger schnell ging. Danach hab die Papiere fürs Auto ausstempeln lassen, d.h. dass mein Auto aus Ecuador „ausreist“ und dann hab ich mich in der Schlange angestellt. Nach ein paar Minuten warten dachte ich mir, dass ich die SOAT für mein Auto schnell besorge, das ist die Autoversicherung die Pflicht ist für Kolumbien. Das Ausstellen hat ziemlich lange gedauert. Ich hab die Angaben auf der Versicherung kontrolliert und mir ist aufgefallen, dass die Nummer des Motors falsch war. Ich hab also der Dame gesagt, dass sie diese bitte berichtigen möchte. Sie hat nur gemeint, es ist doch nur 1 Buchstabe falsch, des macht nix aus. Da hab ich sie entgeistert angeschaut und gemeint, dass ich keine Probleme mit der Polizei haben will und die Papiere richtig sein müssen. Wiederwillig hat sie sich nochmals an die Arbeit gemacht und das Abändern eines Buchstabens hat eine halbe Stunde gedauert. Dann letztendlich hatte ich meine Autoversicherung und hab mich zurück in die Schlange gestellt, die nun schon fast bist zum Eingang vorgerrückt ist. Endlich hatte ich meinen Ausreisestempel. Ich dachte mir die Einreise nach Kolumbien geht jetzt ganz schnell. Meinen Stempel hatte ich nach 2 Minuten und die Fahrzeugpapiere haben etwas länger gedauert, es waren vorher noch einige Kopien zu machen, aber trotzdem zügig. Dann kam ich zur „ICA“, die kolumbianische Behörde für Tier- und Pflanzenschutz. Die haben mir gesagt, dass ich als erstes ein Deposito bei einer Bank hinterlegen müsste und dann würden die Hunde untersuchen und die Papiere erstellen. Ich habe entgegnet, dass ich die Zollpapiere aus Ecuador habe und die Hunde vor ein paar Tagen bereits gecheckt wurden und die Gesundheitszeugnisse gezeigt. Nein, in Kolumbien, muss man ein Deposito bei der Ein- und Ausreise überweisen und erste dann werden die Papiere ausgestellt. In keinem bisher bereisten Land war das der Fall, aber Kolumbien, stellt Papiere auch bei der Einreise aus. Ich wollte an dem gleichen Tag noch nach „Pasto“ fahren, das ca 2 Stunden von der Grenze entfernt liegt, aber natürlich nicht im Dunkeln fahren. Also hab ich mir von den Beamten erklären lassen wo die nächste Bank in der nächsten Stadt ist um das Deposito zu hinterlegen. Also ich dort angekommen bin, hatte die Bank gerade Mittagspause um 16 Uhr (komische Mittagspausenzeit). Ich bin auf Anraten eines Security-Mitarbeiters in die Stadtmitte gefahren, dort gibt es angeblich nochmals eine Filiale der Bank, die ich benötigte. Das war aber leider eine Fehlinformation und ich bin wieder zurückgefahren und es bestand vor der geschlossenen Filiale bereits eine Menschenschlange, die darauf schließen lies, dass das eine längere Angelegeneheit wird und das war es dann leider auch, aber nicht wegs den vielen Leuten, sondern weil ich bei dem Deposito meine Passnummer hinterlegen musste, aber das System nur numerische „Nummern“ nimmt, aber meine Passnummer alphanumerisch war. Ich wurde also zur stellvertretenden Filialleiterin verwiesen, die meine Nummer ebenfalls nicht ins System eingeben konnte. Ich hab ihnen dann meine Steuernummer aus Chile gegeben und mit der hat es dann letztendlich dann geklappt. Dann gings wieder zurück zur Grenze, vor der sich nun auch noch ein Stau gebildet hat. Vollkommen genervt bin ich dann wieder vor die „ICA“ getreten und hab ihnen den Wisch von der Bank ausgehändigt. Und dort das gleiche Problem wieder, das System hat meine Passnummer nicht genommen. Ich dachte mir das kann doch nicht sein, dass ich die erste Deutsche bin, die mit Tieren diese Grenze überquert und im Pass eine alphanumerische Nummer hab. Meine chilenische Steuernummer wurde nicht akzeptiert, weil eine Kopie des Ausweise nötig war, und ich ja keinen vollständigen chilenischen Ausweis besitze, sondern nur die Steuernummer. Ich weiß nicht wie sie es letztendlich gelöst haben, ich glaube sie haben einfach nur die Zahlen meines Passes verwendet und die Buchstaben weggelassen. Meine Hunde wurden entgegen der Aussage nicht einmal angeschaut. Die ganze Prozedur, von der Anfahrt zur Grenze, bis ich die letzten Papiere hatte, hat 7 Stunden gedauert. Ich war fix und alle. Ich bin dann im dunkeln zu einer Herberge in Grenznähe gefahren und durfte zum Glück dort mit beiden Hunden bleiben.

Am nächsten Tag bin ich nach „Popayan“ gefahren auf einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt und die Hunde hatten dort ein großen Grundstück auf dem sie sich frei bewegen konnten. Das kleine Städtchen haben wir ebenfalls besichtigt und die Innenstadt besteht nur aus wunderschönen weißen Gebäuden mit einem schönen Hauptplatz in der Mitte.

Danach sind wir zum „Calima Lake“ gefahren und der hat mich irgendwie an den Gardasee erinnert. Ich kam mir vor, wie wenn ich in Europa an irgendeinen Bergsee fahren würde, der Fahrstil der Kolumbianer hat mich dann aber ganz schnell aus meiner Illustion gerissen. Die Kolumbianer fahren nun wieder etwas chaotischer, als die Ecuadorianer, aber zum Glück auch nicht so aggressiv, wie der Rest Südamerikas. Überholen trotz Gegenverkehr keine Seltenheit, sondern Normalzustand, der Gegenverkehr hat Platz zu schaffen.

Quito, Mitad del Mundo, Otavalo

Und nun gings nach „Quito“. Nach dem schönen Strandurlaub ab in die Großstadt. Überraschenderweise war der Straßenverkehr gar nicht so wild. Die Ecuadorianer sind bis jetzt die besten Autofahrer, denen ich auf meiner Reise begegnet bin. Im Vergleich zu Europa zwar immernoch chaotisch, aber bei weitem nicht so wahnsinnig, wie der Rest Südamerikas. Es wird nicht so viel gehupt und es wird nicht so aggressiv gefahren. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut und so kam es zu keiner Verstopfung in der Hauptstadt Ecuadors, sondern der Verkehr ist geflossen.

Ich konnte mit den Hunden in einem kleinen Hotel bleiben, in dessen Nähe sich ein Park befindet. Somit haben wir uns am nächsten Tag gleichmal auf die Socken gemacht und sind zum Tierarzt für die fälligen Impfungen der Hunde und dem Gesundheitszertifikat. Danach gings zur MAGAP, das ist die Behörde für Tier- und Pflanzenschutz in Ecuador, ein 13 stöckiges Gebäude. Ich dachte mir schon, oh mein Gott, wenn das nun das Ausmaß der Bürokratie darstellen soll, dann grausts mir jetzt schon. Ich wurde in den 9 geschickt und eine Dame hat mir einen winzigen Zettel ausgehändigt, auf diesem eine Adresse eines anderen Stadtteils geschrieben stand und dort würde ich die Papiere bekommen. Also bin ich mit dem Taxi dort hingefahren, natürlich mit einem extra Aufpreis, weil ich 2 Hunde dabei hatte, und eine Dame vor Ort hat mir einen DIN 4 Zettel ausgehändigt auf dem die ganzen Anforderungen stehen, nix Neues, das hab ich bereits von Bolivien und Peru gekannt, aber die Dame hat gemeint, dass ich die Zollpapiere nicht hier bekomme, sondern an der Grenze zu der zuständigen Behörde gehen muss und dort dann die Papiere bekomme. Na toll, dachte ich mir, da fahr ich durch die halbe Stadt nur um einen weiteren Zettel ausgehändigt zu bekommen, den hätten sie mir auch in der 1 Behörde aushändigen können, es kam mir wie eine Schnitzeljagdt vor. Also gut, ich hab alles was auf dem Zettel stand erledigt, die Papiere soweit ich konnte vorbereitet. Es war also nun Zeit für Sightseeing.

Wir sind in den nahegelegenen „Carolina“ Park gegangen und dort gab es einen extra Hundebereich mit Hinternisslauf etc. Jerry war hoch begeistert und ist die Hindernisse hoch und runter gelaufen, Giulie ist nur nebenhergetrappelt und hat uns ganz entgeistert angeschaut. Der Park war wirklich schön, mit einem kleinen künstlich angelegtem „See“, sofern man das als See bezeichnen kann und vielen Bäumen. Die Altstadt haben wir uns ebenfalls angeschaut und ich empfand sie als recht schön und sehr voll. Den „Parque Metropolitano“ haben wir auch besucht und meine beiden Chaoten konnten frei im Wald herumlaufen und sind mal wieder voll auf ihre Kosten gekommen. Im „Parque El Ejido“ fand am Samstag und Sonntag ein Kunsthandwerksmarkt statt, der im Lonely Planet als der größte und schönste in Quito angepriesen wurde. Es war nicht so überragend wie im Reiseführer beschrieben, sondern einfach ganz nett zum Durchschlendern, aber auch nicht mehr.

Am Montag bin ich weiter zum „Mitad del Mundo“, der Name sagt es bereits gefahren, ein Monument, dass den Mittelpunkt der Erde markiert, mehr aber auch nicht. Es war also nicht besonders spektakulär.

„Otavalo“ war unsere letzte Station vor der Grenze nach Kolumbien, bekannt für den größten Anden-Markt in ganz Südamerika. Ich war unter der Woche dort und somit war der Markt sehr überschaubar und ruhig. Also grad recht zum Durchschlendern und Handeln.

 

Cojimies und Mompiche

Dieser Blogeintrag steht ganz im Sinne der Tiere. Ich bin weiter an der Küste Richtung Norden gefahren und hab in einer Lodge direkt am Strand einen Stop für ein paar Tage eingelegt. Die Lodge liegt ca 20 Kilometer vor „Cojimies“ einem kleinen Fischerdorf an der Küste, direkt am Meer und sehr ruhig. Es gab so einige Hunde in der Anlage und so sind meine Beiden nicht weiter aufgefallen.

Eines morgens hab ich einen Hunde entdeckt, der auf einer Seite seines Körpers eine ca 20 cm große Fleischwunde hatte. Die Haut war auf dieser Fläche nicht mehr vorhanden und das Fleisch war zu sehen. Ich bin erschrocken und hab gleich die Chefin aus dem Restaurant gerufen und ihr den Hund gezeigt. Sie hat gemeint, dass dies der Hund des Nachbarn ist und er bereits Bescheid weiß und den Hund jeden Tag behandelt. Der Hund hat ein Huhn auf einem fremden Grundstück angegriffen und der Besitzer des Huhnes wollte den Hund mit der Machete umbringen. Der Hund hat überlebt, mit dieser großen Wunde.

Ich bin dann in das kleine Örtchen Cojimies gefahren um eine paar Erledigungen zu machen und hab am Strand einen keuchenden, an den Augen entzündeten und abgemagerten jungen Hund gesehen. Ich hab dann gleich Hundefutter gekauft und den Hund gefüttert. Die dort lebenden Kinder sind an den Strand gekommen und haben ein bißchen geholfen. Wir haben dem Hund dann einen Namen gegeben (Euro) und ich hab 2 Kids die Verantwortung übergeben, d.h. Futter geben und gebeten den Hund am Abend nochmals zu füttern und Wasser zu geben. Ein Junge meinte der Hund ist krank und ist in spätestens 3 Tagen tot.

Am Abend war ich dann am Strand noch laufen und hab eine Wasserschildkröte an Land gesehen. Hmm, dachte ich mir, das ist nicht normal. Bin dann also zur Lodge zurückgelaufen und hab gefragt, ob die Schildkörte beißt und ob ich sie ins Wasser zurückgeleiten soll. Mir wurde gesagt, dass ich sie problemlos hinten anfassen kann und etwas anschieben soll. Leicht gesagt, schwer getan. Die Schildkröte war zwar nicht rießig, aber ziemlich schwer. Am Anfang hab ich sie am Panzer hinten etwas angehoben und die Schildkröte hat mit den Forderflossen mitgeholfen, Irgendwann hat die Schildkröte nicht mehr mitgehofen und ich hab se Zentimeterweise immer kurz angehoben und abgelassen, Richtung Wasser. Dann endlich am Meer angelangt hat sie zum Schwimmen angefangen, aber leider war der Wellengang so stark, dass se immerweider zurückgeschwemmt wurde an den Strand. Also hab ich die Schildkröte ein bißchen weiter ins Wasser geschoben, aber auch das hat nix genutzt. Letztendlich stand ich komplett mit meinen Klamotten im Wasser und hab eine Welle nach der anderen ins Gesicht geklatscht bekommen, aber überglücklich hinter der Schildkröte herlaufend/schwimmend um sie ein Stückchen weiter ins Meer zu geleiten. Und da schwamm sie dann davon => und ich hab mich gefreut wie Schnitzel.

Tja die Freude hat nicht lang angehalten. Am nächsten Morgen war ich wieder am Strand und hab se tot aufgefunden. Ich hatte zudem ein schlechtes Gewissen, dass ich Euro (dem Hund vom Vortag) nicht mehr geholfen hab und bin nochmals zurück in das Fischerdorf gefahren um nach ihm zu schaun, ich hab ihn aber leider nicht gefunden. Als ich an der Lodge wieder zurück war, hab ich den Hund mit der Fleischwunde vom Vortag gesehen und ich hatte das Gefühl, dass die Wunde schlimmer geworden ist. Durch Zufall war der Besitzer des Hundes gerade im Restaurant und er hat gemeint, dass die Wunde viel besser ist und er jeden Tag ein Desinfektionsspray/Wundheilspray auf dei Wunde sprüht und sich große Mühe gibt, dass der Hund wieder gesund wird. Das Problem dort sind aber die Moskitos und der Dreck, die den Heilungsprozess behindern, bzw. entscheiden, ob der Hund es schafft oder nicht. Bei meiner Abreise hat er noch gelebt und ich hoff, dass er es schafft.

Es ging weiter nach „Mompiche“ einem Fischerdorf mit ziemlich viel Tourismus. Ich wusste, dass vor Ort ein Tierrefugium ist und dieses Volunteer beschäftigen. Also bin ich dort hingelaufen und hab Fabiola die Besitzerin angetroffen und mit ihr vereinbart, dass die nächsten 2 Wochen ihr bei der Arbeit mit den Hunden helfe. Meine Aufgabe war es die Haare der Hunde zu schneiden und die Hunde zu waschen. Ich hatte zum Haareschneiden der Hunde lediglich meine Bastelschere aus Grundschulzeiten zur Verfügung, also könnt ihr euch vorstellen wie verrupft die Hunde nach dem „Friseuretermin“ bei mir ausgesehen haben 🙂 Fabiola hats gefallen, also ok. Die Hunde waren voll mit Flöhen und teilweise auch Zecken, d.h. das Waschen war dringend nötig.

Fabiola ist die Gründerin des „Rescate Animal Mompiche“ Zentrums, das sich um Straßenhunde, Katzen, Enten, Hühnern, Pelikanen, Pferde, einfach alle Tiere kümmert, die Hilfe benötigen und zu ihr gebracht werden. Sie hat ein sehr großes Herz und gibt alles für die Tiere. Sie finanziert sich mit Pferdeausritten und mit dem Verkauf von Cocosnüssen, Bier etc.. Des weiteren besteht eine Zusammenarbeit mit lokalen Hostals. Trotzallem ist die Finanzierung des Projektes schwierig für sie und sie ist auf Volunteer angewiesen. Ich erstelle zur Zeit zusammen mit einer anderen Volunteer Mitarbeiterin die neue Website für das Tierrefugium und werde euch Bescheid geben, wenn diese fertig gestellt ist. Falls jemand von meinen Lesern Pferdemonturen, Hundehalsbänder o.ä. oder Geld spenden möchte, dann wäre dies für das Projekt eine große Hilfe.

Weil ich Geld benötigt habe und im Ort kein Geldautomat vorhanden ist, bin ich nach „Atacames“ gefahren und hab die Gelegenheit genutzt und gleich nen 30 kg Sack Hundefutter und nen 30 kg Sack Reis für das Refugium mitgenommen. Um die Sachen zum Refugium zu fahren gibt es ein paar kleine Hindernisse für Alfredo. Zum einen wäre da die mit tiefen Löchern bestückte Straße, die zum Strand führt. Dann muss man einen kleinen Sandhügel hinunterfahren, in dem des öfteren Autos stecken bleiben, weil der Sand nicht fest ist. Dann fährt man ca 200 Meter am Strand entlang, bis man zu den Felsen gelangt, die sich direkt neben dem Refugium befinden. Tja, diese Passage ist nur zu überqueren, wenn Ebbe ist und der tiefste Stand des Wassers erreicht ist und dann muss man warten bis eine Welle vorbei ist und den richtigen Zeitpunkt abwägen, wenn man schnell durchfahren kann. Das war spannend. Man sieht den Zugang auf dem Bild mit Alfredo. Es ist alles gut gegangen und ich konnte das Futter trocken 🙂 abliefern. Die Rückfahrt ist dann nochmals eine Herausforderung, weil man den Sandhügel wieder hinauffahren muss, aber Alfredo hat einmal mehr seine Allround-Tauglichkeit unter Beweis gestellt.

An meinem freien Tag bin ich zum „Playa Negra“ (übersetzt: schwarzer Strand) gegangen und der Strand war wirklich schwarz, wunderschön. Einer meiner wenigen Ausflüge in diesen 2 Wochen, die ich für mich als lehrreiche und wertvolle Erfahrung mitnehmen werde.